Schon mal vorab: Glück gehabt! Das Wetter war nur noch trübe, es hat aber nicht mehr geregnet. Die Hopewellrocksbesichtigung ist also nicht ins Wasser gefallen. Es hatte zwar nur stramme 8°C und der Wind blies munter durchs Gebälk, aber das konnte uns nicht davon abhalten, den angeblich größten Tidenunterschied westlich von Nowosibirsk persönlich in Augenschein zu nehmen.


Für alle Ungläubigen hier einfach mal die Vergleichsfotos. Wir waren um die Mittagszeit und dann nochmal am frühen Abend dort. Die klassischen 6 Stunden Unterschied von Ebbe und Flut. Angeblich sollen das zwischen 12 und 14 Metern sein. Bei Springflut sogar bis zu 17 Meter.



Aber von vorne. Nachdem es schon beim ersten Blick aus dem Camper klar war, dass der Regen ein Ende gefunden hatte, machten wir uns auf und die knappen 2 Kilometer bis zum Hopewellsrockpark waren schnell zurück gelegt. Da der Verwaltung tags zuvor die EDV abgeraucht war, war der Eintritt frei, was uns nicht sonderlich gestört hat. Ein Rundgang durchs Infocenter und den Giftshop und dann gingen wir einfach los durch den Wald, den Weg runter zu der eigentlichen Attraktion. Da, wo der Tidenhub allgegenwärtig ist.



Es ist ein knapper Kilometer bis zu der Stelle, wo freundlicherweise dieses Treppengestell installiert wurde, damit der im Sommer wohl kaum kontrollierbare Touristenstrom zumindest einigermaßen in unfallfreie Bahnen gelenkt wird. Bei Flut ist das unterste Stockwerk gesperrt, man kann sich also nicht ungestraft in die Fluten werfen. Besser ist das wohl. Die Unvernünftigen sterben – überraschenderweise in diesem Fall – nicht aus…



Für die Wissbegierigen unter euch: (linkes Bild) Der Blasentang ist eine im Nordatlantik sowie in der Nord- und Ostsee weit verbreitete Braunalge. Er wird unter anderem als Heilmittel verwendet. Sieht zwar eher aus wie Kapern, aber es wurde versichert, dass daraus kein Vitello Tonnato gemacht werden könnte. Schade eigentlich! Das rechts sind sogenannte Luftflechten, die aufgrund ihres sensiblen Wesens (Da sie keine Wurzeln haben und extrem empfindlich auf Schadstoffe reagieren, sind sie lt. Wikipedia ein lebendes Messinstrument für saubere Luft.) bei Gedeihen auf gute Luftumgebung schließen lassen.

Damit wird man übrigens kurz vor der Treppe abwärts begrüßt – es hat wohl alles seinen Grund!
Anschließend haben wir uns ins Auto gesetzt und sind nach ca. anderthalb Stunden nach Sussex auf den KOA-Campground gefahren. Aber nicht, ohne vorher einen Abstecher zu Smitty’s zu machen. Kein Canada-Urlaub ohne Smitty’s. Das Abendessen war also gerettet.


Einmal Meatlovers Skillet, einmal Turkeydinner und einmal Strawberry Margarita. Smitty’s ist einfach eine Bank, wenn es um Essen und Trinken geht!
Und so machen wir uns morgen langsam auf den Rückweg. Wir werden uns in den nächsten Tage Step by Step heimwärts arbeiten. Zum Schluss soll es schließlich nochmal an die Niagarafälle gehen. In diesem Sinne: Wasser Marsch und gute Nacht!

